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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Vorbereitung meines Auslandssemesters begann mehrere Monate vor meiner Abreise. Nachdem ich mich über die Erasmus+‑Seite der Universität Potsdam über die Partnerhochschulen informiert hatte, fiel meine Wahl schnell auf die Umeå University. Die Kombination aus skandinavischem Studiensystem, internationaler Ausrichtung und der besonderen Lage im Norden Schwedens hat mich sofort angesprochen.

Die Bewerbung über Erasmus+ verlief strukturiert und transparent. Nach der Zusage meiner Heimathochschule wurde ich offiziell an der Umeå University nominiert. Kurz darauf erhielt ich eine E‑Mail aus Schweden mit allen notwendigen Informationen zum Bewerbungsprozess, zu Fristen und zu den einzureichenden Unterlagen. Besonders hilfreich war, dass die Gasthochschule sehr klar kommunizierte, welche Dokumente benötigt werden und wie der Ablauf aussieht.

Ich musste unter anderem eine aktuelle Leistungsübersicht, eine Kurswahl sowie persönliche Angaben einreichen. Die Kommunikation war unkompliziert, und auf Rückfragen erhielt ich meist innerhalb weniger Tage eine Antwort. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Umeå University sehr erfahren im Umgang mit internationalen Studierenden ist und den Prozess bewusst niedrigschwellig gestaltet.


Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 08/2025 – 01/2026

Gastuniversität: Umeå University

Gastland:Schweden

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem in Schweden unterscheidet sich deutlich vom deutschen. Statt mehrere Kurse parallel zu belegen, konzentriert man sich in Umeå meist auf einen Kurs pro Monat, der inhaltlich intensiv und klar strukturiert ist. Diese Form des Lernens hat mir sehr gut gefallen, weil sie es ermöglicht, sich wirklich auf ein Thema einzulassen, ohne ständig zwischen verschiedenen Modulen zu wechseln.

Die Leistungsbewertung erfolgt kontinuierlich: durch Essays, Gruppenarbeiten, Präsentationen und kleinere schriftliche Aufgaben. Klassische Klausuren sind eher selten. Die Atmosphäre in den Kursen war offen, diskussionsorientiert. Dozierende werden grundsätzlich mit Vornamen angesprochen, was die Kommunikation erleichtert und ein Gefühl von Augenhöhe schafft.

Die technische Ausstattung der Universität ist hervorragend. Die Bibliothek ist großzügig, modern und bietet viele ruhige Arbeitsplätze. Auch die Computerpools und Gruppenräume sind gut ausgestattet und fast rund um die Uhr zugänglich.

Insgesamt empfand ich das Studium in Umeå als gut organisiert, praxisnah und sehr studierendenfreundlich.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Ein zentraler Bestandteil meines Aufenthalts war das Buddy‑Programm, das ich als eines der größten Highlights meines Semesters bezeichnen würde. Direkt zu Beginn wurden alle internationalen Studierenden in Gruppen eingeteilt, die von schwedischen Studierenden betreut wurden. Diese organisierten regelmäßig Aktivitäten wie Wanderungen, Spieleabende, Kochabende, Stadtführungen oder kleine Ausflüge in die Umgebung.

Neben den offiziellen Buddy‑Events entwickelte sich schnell ein sozialer Alltag, der meinen Aufenthalt besonders bereichert hat. Sehr häufig traf ich mich mit anderen internationalen und schwedischen Studierenden in Cafés — zum Kaffee trinken, zum gemeinsamen Lernen oder einfach, um dem Winter für ein paar Stunden zu entkommen. Umeå hat eine überraschend lebendige Café‑Kultur, und viele dieser Orte wurden für uns zu Treffpunkten, an denen wir uns austauschten, Aufgaben erledigten oder einfach zusammen Zeit verbrachten.

Eine Erfahrung, die ich jedoch etwas zwiespältig empfunden habe, war die große Zahl deutscher Studierender vor Ort. Besonders im Wintersemester scheint Umeå ein sehr beliebtes Ziel für deutsche Erasmus‑Studierende zu sein. Das führte dazu, dass man im Alltag — ob in Kursen, im Wohnheim oder in der Stadt — sehr häufig auf deutschsprachige Gruppen traf. Für mich persönlich hat das manchmal die internationale Atmosphäre etwas abgeschwächt, weil es schwieriger wurde, konsequent Englisch zu sprechen oder neue Kontakte außerhalb der deutschsprachigen Community zu knüpfen. Gleichzeitig hat die Anwesenheit von deutschen Studierenden in emotionalen Momenten des leichten Heimwehs geholfen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor meinem Aufenthalt verfügte ich über solide Englischkenntnisse, die sich im Laufe des Semesters deutlich verbessert haben. Da der gesamte Alltag – Studium, Freizeit, soziale Kontakte – auf Englisch stattfand, wurde die Sprache schnell selbstverständlich. Besonders Präsentationen und schriftliche Aufgaben haben meine akademische Ausdrucksfähigkeit gestärkt.

Zusätzlich habe ich an einem Schwedisch‑A1‑Kurs der Universität teilgenommen, den ich sehr empfehlen kann. Der Kurs war gut strukturiert, praxisnah und hat mir geholfen, grundlegende Ausdrücke und Alltagssituationen auf Schwedisch zu verstehen. Auch wenn man im Alltag problemlos mit Englisch zurechtkommt, war es ein schönes Gefühl, kleine Gespräche auf Schwedisch führen zu können und ein besseres Verständnis für die Kultur zu entwickeln.

Wohn- und Lebenssituation

Die Unterkunftssuche verlief unkompliziert. Die Umeå University stellte ein Housing Portal zur Verfügung, über das internationale Studierende sich registrieren und auf eine Warteliste setzen konnten. Bereits nach kurzer Zeit erhielt ich ein Angebot für ein Zimmer in einem Studierendenwohnheim.

Mein Zimmer war funktional eingerichtet, mit eigenem Bad und einer Gemeinschaftsküche, die ich mir mit mehreren Mitbewohner*innen teilte. Die Miete lag im schwedischen Durchschnitt und war für skandinavische Verhältnisse angemessen. Die Lage war praktisch: Der Campus war gut zu Fuß erreichbar, und eine Bushaltestelle befand sich direkt vor dem Wohnheim.

Die Lebenshaltungskosten in Schweden sind insgesamt etwas höher als in Deutschland, insbesondere Lebensmittel. Dafür entfallen andere Kosten, wie z. B. Semesterbeiträge. Öffentliche Verkehrsmittel sind zuverlässig, und Bankgeschäfte sowie Versicherungsfragen ließen sich problemlos regeln.

Eine besondere Herausforderung war der Winter. Ab Dezember wurde es nur wenige Stunden am Tag hell, und die Temperaturen sanken teilweise deutlich unter den Gefrierpunkt. Die Universität gab hilfreiche Tipps zum Umgang mit der Dunkelheit, etwa täglich kurz ins Tageslicht zu gehen. Gleichzeitig bot der Winter auch besondere Erlebnisse: verschneite Landschaften, klare Nächte und die Chance, Nordlichter zu sehen.

Neben dem Alltag in Umeå habe ich auch mehrere kleine Trips in den Norden Schwedens unternommen — unter anderem nach Kiruna, Björkliden und Luleå. Diese Reisen kann ich sehr empfehlen, besonders wenn man die Zeit nutzen möchte, um den hohen Norden und die Polarlichter zu erleben. Die Landschaften sind beeindruckend, und die Atmosphäre im Winter ist einzigartig.

Für solche Ausflüge bietet sich die Seite Timetravels (https://www.timetravels.com/) an. Auch wenn die Preise auf den ersten Blick hoch wirken, lohnt es sich: Die Organisation ist hervorragend, man muss sich um fast nichts kümmern, und die Touren sind speziell auf internationale Studierende zugeschnitten. Für mich waren diese Trips ein wichtiger Teil meines Aufenthalts, weil sie mir ermöglicht haben, Schweden außerhalb des Campuslebens kennenzulernen.

Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 08/2025 – 01/2026

Gastuniversität: Umeå University

Gastland:Schweden

Rückblick

Rückblickend war mein Auslandssemester in Umeå eine der prägendsten Erfahrungen meines Studiums. Besonders wertvoll waren für mich die vielen Begegnungen mit anderen Studierenden — sowohl im Rahmen des Buddy‑Programms als auch im Alltag. Die gemeinsamen Café‑Nachmittage, spontanen Lerntreffen und Gespräche über das Leben in Schweden haben meinen Aufenthalt stark geprägt und mir ein Gefühl von Gemeinschaft gegeben. Die lebendige Café‑Kultur in Umeå wurde schnell zu einem festen Bestandteil meines Alltags und half mir, mich trotz der langen Dunkelheit wohlzufühlen.

Eine weniger positive Erfahrung war für mich die sehr hohe Zahl deutscher Studierender im Wintersemester. Obwohl dies die internationale Durchmischung etwas eingeschränkt hat, hatte es auch eine unerwartet positive Seite: In Momenten, in denen ich Heimweh verspürte oder mich nach etwas Vertrautem sehnte, war es beruhigend, deutschsprachige Kommiliton*innen um mich zu haben. Diese Mischung aus Nähe und Distanz zur Heimat hat mir den Einstieg erleichtert und mir Sicherheit gegeben.

Besonders bereichernd waren außerdem die Reisen in den Norden Schwedens. Die Ausflüge nach Kiruna, Björkliden und Luleå haben mir gezeigt, wie vielfältig und beeindruckend die Region ist. Die Nächte, in denen wir gemeinsam draußen standen und die Polarlichter beobachteten, gehören zu meinen schönsten Erinnerungen. Auch wenn die Angebote von Timetravels zunächst teuer wirken, lohnt sich die Investition — die Organisation ist hervorragend, und man muss sich um fast nichts kümmern.

Sehr hilfreich fand ich zudem den Schwedisch‑A1‑Kurs der Universität. Er hat mir nicht nur sprachlich etwas gebracht, sondern auch dabei geholfen, mich stärker mit dem Land verbunden zu fühlen. Ich würde zukünftigen Studierenden auf jeden Fall empfehlen, diesen Kurs zu besuchen — er erleichtert den Einstieg und macht den Alltag in Schweden noch ein Stück authentischer.

Insgesamt blicke ich mit großer Dankbarkeit auf mein Semester in Umeå zurück. Ich habe fachlich, sprachlich und persönlich viel gelernt und Erfahrungen gesammelt, die mich langfristig begleiten werden.

Sonstige Hinweise

Ein Auslandssemester in Umeå ist ideal für Studierende, die eine Mischung aus akademischer Qualität, internationalem Austausch und Naturerlebnissen suchen. Die Universität ist hervorragend organisiert, und die Stadt bietet trotz ihrer überschaubaren Größe viele Freizeitmöglichkeiten — von Sport über Kultur bis hin zu Ausflügen in die umliegende Natur.

Wer sich für Umeå entscheidet, sollte sich bewusst auf den Winter einstellen: Die Dunkelheit kann herausfordernd sein, aber mit einer guten Routine, sozialen Kontakten und regelmäßigen Aktivitäten lässt sie sich gut bewältigen. Gleichzeitig bietet der Winter einzigartige Erlebnisse wie verschneite Landschaften und Polarlichter, die man so schnell nicht vergisst.

Ich empfehle zukünftigen Studierenden außerdem:

  • frühzeitig am Buddy‑Programm teilzunehmen
  • die Café‑Kultur zu nutzen, um Kontakte zu knüpfen und produktiv zu arbeiten
  • bewusst internationale Kontakte zu suchen
  • mindestens einen Trip in den Norden zu planen
  • den Schwedisch‑A1‑Kurs zu besuchen
  • offen für neue Erfahrungen zu sein und sich auf das Leben im Norden einzulassen

Umeå ist ein Ort, der einen nicht nur akademisch, sondern auch persönlich wachsen lässt — und genau das macht ein Auslandssemester dort so besonders.


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