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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich habe mich im Januar für meinen Auslandsaufenthalt im darauffolgenden Wintersemester beworben. Die Uni Potsdam hat mich dann an der Gastuni nominiert und ich erhielt Mitte Februar eine positive Rückmeldung. Etwa einen Monat später meldete sich die Gastuni mit weiteren Informationen zu den nächsten Schritten.

Auf der Website der Umeå Universitetet gibt es einen Kurskatalog speziell für internationale Studierende. Hier sollte man sich rechtzeitig aussuchen, welche Veranstaltungen man besuchen möchte, um das Online Learning Agreement (OLA) ausfüllen zu können. Um sich später für die Kurse anzumelden, erhält man per Mail einen Zugangslink zum Onlineportal.

Unterlagen für die Uni hier in Potsdam lassen sich ebenfalls über ein Onlineportal einreichen, welches man auf der Seite des International Office (IO) findet.

Sehr zu empfehlen sind sämtliche Infoveranstaltungen des IO. Außerdem gibt es einen Moodlekurs, in dem alle Informationen und Dokumente nochmal gesammelt werden.

Vonseiten der Umeå Universitetet wird eine Anleitung zur Bewerbung bereitgestellt.

Hat man über das Studierendenwerk einen Wohnheimplatz in Potsdam, den man während seines Auslandsaufenthalts nicht aufgeben möchte, kann man sein Zimmer problemlos untervermieten. Ich habe über Kommilitonen selbst einen Untermieter gefunden. Es ist allerdings auch möglich, sein Wohnangebot dem IO zukommen zu lassen, die dann versuchen, es an andere internationale Studierende zu vermitteln. 

Geht es später tatsächlich auf die Anreise zu, lohnt sich ein weiterer Blick auf die Website der Umeå Universitetet. Unter dem Stichwort „Arrival Day“ sind dort hilfreiche Infos zur Ankunft gesammelt, einschließlich Schlüsselübergabe und auszufüllende Dokumente.

Kurskatalog Umeå:                https://www.umu.se/en/education/studies/exchange-studies/

Bewerbung Umeå:                 https://manual.umu.se/en/application-for-exchange-studies-incoming-students/

Erasmus-Portal Potsdam:       https://www.uni-potsdam.de/de/international/outgoing/studium/erasmus/downloads

IO Potsdam:                           https://www.uni-potsdam.de/de/international/kontakt/io

Untermiete Potsdam:             https://www.stwwb.de/wohnen/faq

Arrival Day:                           https://www.umu.se/en/student/new-students/arrival-days/


Studienfach: Physik (Mono-Bachelor)

Aufenthaltsdauer: 09/2025 – 01/2026

Gastuniversität: Umeå University

Gastland:Schweden

Studium an der Gastuniversität

In Umeå hat man in der Regel weniger Kurse parallel als bei uns. Die Kurse sind in solche mit 25%, 50% oder 100% Arbeitsaufwand unterteilt. Man hat also beispielsweise einen „Vollzeitkurs“ oder zwei 50%-Kurse, die dann allerdings länger dauern. Das Semester selbst ist in Umeå in zwei Hälften geteilt, sodass es eine Klausurenphase Ende Oktober gibt, danach neue Kurse starten und die zweite Klausurenphase im Dezember/Januar stattfindet. Bei der Wahl der Kurs sollte man beachten, dass man nicht so einfach Kurse wechseln kann, nachdem sie begonnen haben.

Allgemein empfand ich die Anforderungen als etwas leichter und vor allem weniger zeitintensiv; die Organisation der Lehrveranstaltungen ist jedoch ähnlich. Angenehm ist, dass der Umgang zwischen Dozierenden und Studierenden sehr persönlich und auf einer Ebene stattfindet. Man spricht die Dozierenden mit dem Vornamen an und ich hatte das Gefühl, dass viel Wert darauf gelegt wird, keinen Studierenden im Stoff zu verlieren. Organisiert werden die Veranstaltungen über die Plattform Canvas. Über Canvas sind in der Regel alle Dozierenden schnell zu erreichen; alternativ immer per Mail. Prüfungsanmeldung, Noteneinsicht und Ähnliches finden über ein separates Portal, Ladok, statt. Beide Portale sind über die Student Website zu erreichen, wo man außerdem seinen Stundenplan einsehen kann.

Die Leistungsbewertung ist meist in Fail (F), Pass (G) und Pass with Distinction (VG) unterteilt. Andernfalls werden Noten von 5 an als beste Note vergeben. Nebenleistungen im Semester waren oft unbenotet. Am Ende sollte man wegen der Anrechnung der Module bei der verantwortlichen Person vor Ort in Umeå nachfragen, ob im Transcript Of Records die Noten zusätzlich in erreichten Prozent angegeben werden können.

Der Campus hat mir persönlich sehr gut gefallen – viel grün und sogar ein kleiner See und in den Gebäuden selbst gibt es zahlreiche Sitzgelegenheiten, um allein oder in Gruppen zu lernen und mehrere Cafés (in Schweden ist Kaffee sehr beliebt). Es lassen sich sogar Lernräume über eine Seite der Uni buchen. Um sich auf dem Campus zu orientieren, würde ich empfehlen, die App Mazemap zu nutzen. In der Bibliothek gibt es Drucker, die von allen gegen geringe Kosten genutzt werden können. Dafür sowie für den Zugang zu verschiedenen Räumen und Gebäuden wird die UMU-card benötigt, der dortige Studierendenausweis, welchen man recht bald nach Ankunft beantragen sollte. In einigen Gebäuden gibt es weitere Computerpools, zu denen man seinem Studiengang entsprechend Zugang erhält.

Für alle organisatorischen Anliegen wie das Beantragen des Studierendenausweises, Erasmusdokumente oder einfach allgemeine Fragen steht das Infocenter zur Verfügung. Es liegt mitten auf dem Campus, ist alternativ aber auch gut per Mail erreichbar. Im Infocenter gibt es auch einen Schalter „Technischer Support“.

Student Website:        https://www.umu.se/en/student/

Mazemap:                   https://www.umu.se/en/contact-us/maps/digital-maps/

Studiensystem:           https://www.umu.se/en/education/study-essentials/study-system---the-basics/

Infocenter:                  https://www.umu.se/en/student/new-students/infocenter/

UMU-ID/card:           https://www.umu.se/en/student/help-and-support/it-services/umu-id/

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Kontakt zu einheimischen Studierenden herzustellen, gestaltete sich eher schwierig. In allen Kursen sind in der Regel mehrere internationale Studierende, mit denen man natürlich schneller ins Gespräch kommt. Gegenüber den schwedischen Studierenden spielte sicher die Sprachbarriere eine Rolle, aber auch der Fakt, dass sie bereits länger zusammen studieren und eine gewisse Distanzhaltung – nicht im negativen Sinne – in der Kultur zu liegen scheint. Am ehesten öffneten deshalb sogar Gruppenprojekte in den Kursen die Tür.

Mit anderen Internationals hingegen kommt man schnell in Kontakt. Dabei hilft anfangs das Buddy-Programm, welches ich wärmstens empfehlen würde. Außerdem bietet es sich an, die App Goin zu nutzen. Sie ist für die Vernetzung internationaler Studierender gedacht - einen Registrierungslink hierzu erhält man automatisch per Mail. In den ersten Wochen wurden über Goin einige spontane Treffen oder Ausflüge organisiert und man kann schnell Fragen untereinander klären.

Buddy-Programm:      https://www.umu.se/en/education/student-life/buddy-programme/

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor meinem Erasmusaufenthalt hatte ich keinerlei Vorkenntnisse in Schwedisch. Aufgrund des allgemein hohen Sprachniveaus in Englisch stellte das allerdings kein Problem dar. Von der Universität wird ein Sprachkurs in verschiedenen Leveln in Schwedisch angeboten, welchen ich empfehlen kann. Zum einen erhält man 15 credit points, weshalb er sich eignet, um gegebenenfalls auf die erforderlichen Punkte zu kommen und ich fand es gut, zumindest ein bisschen Verständnis aufzubauen, was man auch direkt im Alltag anwenden konnte.

Wohn-  und Lebenssituation

Unterkunft und Versorgung

Eine Unterkunft habe ich über die Universität vermittelt bekommen. Man erhält einen Link, um sich auf die Warteliste für Studierendenunterkünfte zu setzten. Wartet man damit nicht ewig, bekommt man problemlos ein Zimmer. Die meisten Internationals wohnen im Viertel Ålidhem – ich ebenfalls und war sehr zufrieden. Man hat Einkaufsmöglichkeiten im Ålidhem Centrum direkt um die Ecke, braucht 15min zu Fuß zum IKSU und 20min zum Campus. In den meisten Wohnheimen hat man ein eigenes Zimmer mit Bad und teilt sich eine Küche mit einigen anderen. Wichtig bei der Bewerbung auf eine Wohnung ist, dass es mehrere „Runden“ gibt. Man trägt sich für (maximal) fünf Zimmer pro Durchgang ein, bekommt entweder eine positive Rückmeldung oder keine und muss sich dann selbstständig auf neue Zimmer anmelden.

Zum Einrichten des Zimmers lohnt sich ein Besuch bei den vielen SeconHand-Stores.

Lebensmittelpreise sind, wie alles andere auch, etwas höher, aber man kann gut planen, wenn man vorkocht. Am billigsten sind meiner Erfahrung nach Willys und Lidl. In Umeå gibt es keine Mensa in dem Sinne, dafür aber Mikrowellen in fast allen Gebäuden.

Wohnheim:     https://www.umu.se/en/education/student-life/accommodation/tuition-fee-paying-students--exchange-students/student-housing-through-the-university/

Öffentliche Verkehrmittel

In Umeå lässt sich alles mit Bussen erreichen. Tickets hierfür kann man über die „Ultra App“ holen oder alternativ im Bus, was allerdings etwas teurer ist.

Für längere Ausflüge, zum Beispiel auf die Insel Holmön, nutzt man die App „Tabussen“. Für Zugreisen „SJ“ und/oder „Norrtåg“. Ich bin mit einigen Freunden nach Stockholm und Kiruna gefahren, jeweils über ein verlängertes Wochenende und würde jedem raten, ein bisschen umherzufahren. Im Sommersemester bietet sich das sicher noch mehr an als im Winter.

Ultra App:                  https://www.tabussen.nu/en/ultra/plan-your-trip/travel-with-the-ultra-app/

Tabussen:                    https://www.tabussen.nu/     

Bankgeschäfte, Bezahlung

In Schweden braucht man kein Bargeld. Man sollte nur aufpassen, weil mit normaler Kreditkarte oft Gebühren wegen der Fremdwährung anfallen. Persönlich habe ich das Problem umgangen, indem ich mir paypal als Zahlmethode auf dem Handy hinterlegt habe. Swish, was in Schweden sehr beliebt ist, können Austauschstudierende nicht nutzen, weil man dafür eine schwedische Identifikationsnummer benötigt.

Krankenversicherung

Ich habe sicherheitshalber eine Auslandskrankenversicherung bei der UKV abgeschlossen; für alltägliche Probleme sollte allerdings auch die EU-Krankenversicherungskarte ausreichen. Das muss jeder für sich persönlich abwägen.

Freizeitangebote

Was bei vielen Studierenden, egal ob schwedisch oder international, weit oben auf der Liste an Freizeitbeschäftigungen stand, war das IKSU. Es bietet ein vierfältiges Angebot an Sportkursen, ein Fitnessstudio, eine Schwimmhalle sowie eine Boulder- und Kletterhalle. Gerade im Wintersemester war ich dankbar hier immer eine Beschäftigung finden zu können. Ansonsten kann man wunderbar wandern gehen, entweder direkt von Umeå aus, beispielsweise zum Grössjön, oder man fährt ein kurzes Stück mit dem Bus. In jedem Fall ist man schnell in der Natur. Wenn es dann kälter wird, eröffnen im Stadsliden, einem Park in der Stadt, außerdem Langlaufstrecken und man kann auf verschiedenen Flächen in der Stadt oder dem Nydalasjön Eislaufen.

Bei allem, was Sport angeht, sollte man bei Fritidsbanken im Ålidhem Centrum vorbeischauen. Hier kann man sich jegliches Sportzubehör für zwei Wochen kostenlos leihen.

Mir hat es außerdem Spaß gemacht zu einigen der Eishockeyspiele zu gehen, was in der Regel auch mindestens einmal von der Buddy-Gruppe organisiert wird.

Über kulturelle Veranstaltungen kann man sich auf der Website der Stadt informieren.

Möchte man gerne die Fika-Tradition, also eine längere Kaffeepause übernehmen, empfehle ich Nya Konditoriet, Kulturbageriet und Gamla Bibliotekscaféet; drei Cafés in der Innenstadt.

Wer feiern gehen möchte, kann zum Beispiel ins Cinco (Innenstadt) oder Rouge (Ålidhem) gehen. Vom Buddyprogram werden einige International Clubs organisiert und, zumindest im Wintersemester, eine Halloweenparty.

Um bessere Chancen auf Polarlichter zu haben, kann man die App „Meine Polarlicht-Vorhersage Aurora“ nutzen, um recht genaue Vorhersagen zu bekommen. Meiner Erfahrung nach sollte man nicht unterschätzen wie bewölkt es im Winter wird und lieber früher anfangen immer mal abends nach draußen zu gehen.

Fritidsbanken:            https://www.fritidsbanken.se/

Seite der Stadt:           https://visitumea.se/en/to-do-umea

IKSU:                         https://www.iksu.se/en/join-us/

Studienfach: Physik (Mono-Bachelor)

Aufenthaltsdauer: 09/2025 – 01/2026

Gastuniversität: Umeå University

Gastland:Schweden

Rückblick

Insgesamt kann ich sagen, dass sich das Erasmussemester definitiv gelohnt hat und ich froh bin, die Erfahrung gemacht zu haben. Wenn man den Winter dort verbringt, muss man sich zwar auf das wenige Tageslicht einstellen, aber solange man sich weiterhin mit Freunden trifft, rausgeht und viel Sport macht, kommt man auch damit gut zurecht. Die Kälte ist deutlich angenehmer, als hier in Deutschland, weil es viel trockener ist und dadurch besser auszuhalten.

Die Natur ist wirklich schön und ich würde jedem empfehlen ein wenig die Umgebung zu erkunden und ein paar längerer Ausflüge zu machen.

Ansonsten sollte man einfach versuchen sich beispielsweise über das Buddy-Program gut zu connecten, viel zu unternehmen und auszunutzen, dass man oft recht viel Zeit neben der Uni hat.


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