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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ankommen und Wohnen

Gestartet bin ich in mein Auslandsemester in Aarhus, Dänemark eher unvorbereitet. Ich habe meine Koffer gepackt und bin losgefahren. Natürlich hatte ich den ganzen Papierkram erledigt, der in Dänemark zum Glück primär digital abgewickelt werden kann, aber ich hatte keine Bucket List und keine konkreten Pläne.

Ich habe mein Auslandssemester zusammen mit meinem Freund gemacht. Da das Studierendenwerk der Uni in Aarhus Wohnungen speziell für Paare anbietet, hatten wir dort wirklich Glück. Man konnte die Präferenz einfach bei der Anmeldung angeben und diese wurde dann auch berücksichtigt. Wir hatten eine 1,5 Zimmer Wohnung für ca. 700 Euro im Monat, also 350 Euro pro Person.

Es gibt auch zwei Studentenhotels in Aarhus, Basecamp und Arc House. Dort bezahlt man allerdings für eine Person mindestens 750 Euro monatlich. Die Wohnheimplätze in Aarhus sind wild über die gesamte Stadt verteilt. Manche sind total zentral, manche extrem weit außerhalb. Zudem sind sie alle unterschiedlich ausgestattet. Manche haben einen Fitnessraum, manche einen Garten und manche gar nichts davon.


Studienfach: M. Sc. Data Engineering

Aufenthalsdauer: 08/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Aarhus University

Gastland:Dänemark

Mobilität und Lebenshaltungskosten

Nach meiner Ankunft habe ich mir direkt ein Fahrrad geleast. Das kostet ca. 25 Euro im Monat. Natürlich hätte man auch sein eigenes mitnehmen können. Etwa 60 Prozent der Dänen fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zur Uni und genauso ist die Stadt auch aufgebaut. Es gibt viele Fahrradwege und viele Abstellmöglichkeiten.

Die Dänen fahren allerdings ein bisschen wie die Wilden und auch Mopeds sind auf Fahrradwegen erlaubt, da muss man also aufpassen. Dänemark ist zwar grundsätzlich sehr flach, hat aber eine hügelige Gegend und genau dort liegt Aarhus. Fahrradfahren ist dort also nicht immer etwas für schwache Nerven, da man schon ordentlich strampeln muss.

Natürlich gibt es auch Busse und eine Tram. Einzelpreise liegen zwischen 2 und 4 Euro pro Fahrt und Monatstickets bei etwa 70 Euro, also recht teuer. Es gibt auch nicht viele Vergünstigungen für Studierende. Da ist das Fahrrad einfach flexibler und günstiger.

Allgemein musste ich während meines Aufenthalts feststellen, dass Dänemark wirklich teuer ist. Mit Sonderangeboten in den Supermärkten kann man etwas sparen, aber grundsätzlich sollte man sich auf deutlich höhere Lebenshaltungskosten einstellen.

Uni und Studium

Die Uni spannt sich eigentlich über die gesamte Stadt und die Gebäude sind fast alle aus roten oder gelben Ziegeln. Das ist quasi ein Markenzeichen von Aarhus. Die Räume sind alle recht modern, mit Steckdosen ausgestattet und gut zu finden. Es gibt Apps wie AU Find, die dabei helfen, sich mit den Gebäudecodes zurechtzufinden.

Es gibt auch einige Lernräume und Bibliotheken zum Lernen und Arbeiten. Einige sind ruhig, andere eignen sich gut für Gruppenarbeiten. Für stilles Lernen empfehle ich die Royal Library und für Gruppenarbeiten oder lauteres Arbeiten die Bibliothek im Gebäude Nygaard.

Die Professorinnen und Professoren werden grundsätzlich mit dem Vornamen angesprochen und sprechen euch auch mit dem Vornamen an. Das Englisch all meiner Dozierenden war ausgezeichnet. Auch die Lehrplattform Brightspace, vergleichbar mit unserem Moodle, fand ich sehr übersichtlich. Die Zugänge habe ich nach und nach zuverlässig von der Uni bekommen.

Stadtleben und Kultur

Zur Stadt an sich lässt sich sagen, dass sie sehr lebendig ist und viele tolle Angebote hat. In einem Semester schafft man es problemlos, alle Museen zu besuchen, die man interessant findet. Auch Dinge wie Musikfestivals oder Street Markets gibt es eigentlich immer irgendwo.

Ich empfehle besonders das Besatzungsmuseum, Moesgaard und Den Gamle By. Diese sind definitiv einen Besuch wert. Aros, das wohl bekannteste Museum in Aarhus, war auch interessant. Man muss allerdings sehr auf abstrakte Kunst stehen, um das Museum wirklich voll zu genießen. Bei einem Eintrittspreis von fast 30 Euro halte ich es für verkraftbar, es auch zu überspringen.

Da Hygge in Dänemark großgeschrieben wird, darf man bei einem Besuch in Aarhus natürlich keinen Stopp in einem Café vergessen. Meine Empfehlung ist La Cabra, das zu den besten 30 Kaffeeläden der Welt gehört. Der Preis ist schon schmerzhaft, aber der Kaffee ist es wert.

Reisen in und um Dänemark

Dänemark ist ein kleines Land und somit kann man in der kurzen Zeit eines Semesters sehr viel besuchen. Vieles ist gut und günstig mit dem Zug zu erreichen, ein Auto hat sich für uns aber als am praktischsten herausgestellt.

Städte, die meiner Meinung nach einen Besuch wert sind, sind Aalborg in etwa einer Stunde, Skagen in zweieinhalb Stunden, Odense in zweieinhalb Stunden und Kopenhagen in etwa vier Stunden. Ribe war auch schön, aber eher unspektakulär.

In der Nähe von Aarhus, in Ry etwa 30 Minuten entfernt, liegt der höchste Berg Dänemarks mit 147 Metern. Auch wenn das natürlich stolze Höhenmeter sind, denke ich, dass sich eine Besteigung lohnt. Es ist ein schöner Tagesausflug und auch eine nette Geschichte.

Winter, Prüfungen und besondere Erlebnisse

Falls ihr ebenfalls im Wintersemester nach Aarhus wollt, solltet ihr warme und regenfeste Sachen mitnehmen. Vor allem ab Dezember bin ich ohne Thermounterwäsche nicht mehr aus dem Haus gegangen. Aarhus ist eine Küstenstadt mit ordentlich Wind und der macht die Kälte noch eisiger. Es regnet auch recht viel, daher schadet eine Regenhose nicht.

Die Vorlesungen im Wintersemester sind ab Anfang Dezember vorbei und die Prüfungen beginnen. Die meisten Prüfungen sind mündlich, nur wenige schriftlich. Da meine Prüfungen erst im Januar begannen, habe ich mich im Dezember für eine Reise mit Timetravels entschieden. Das ist eine Organisation, die für verschiedene Erasmusstandorte Reisen organisiert. Die Plätze sind extrem schnell weg, daher sollte man die Angebote am besten schon zu Beginn des Semesters oder sogar davor anschauen. Ich bin nach Schwedisch Lappland gefahren und es war mit Sicherheit eine der schönsten Reisen, die ich je gemacht habe.

Ebenfalls zum Thema Reisen gibt es im Wintersemester eine sogenannte Fall Break in Aarhus. In dieser Woche finden gegebenenfalls Exkursionen statt. Falls man aber ein Fach studiert, in dem es so etwas nicht gibt, kann man die Zeit sehr gut zum Reisen nutzen. Ich habe in dieser Woche Schweden und Norwegen erkundet, aber auch Reisen innerhalb Dänemarks wären denkbar gewesen.

Studienfach: M. Sc. Data Engineering

Aufenthalsdauer: 08/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Aarhus University

Gastland:Dänemark

Rückblick

Zusammenfassend würde ich sagen, dass ich eine großartige Zeit in Dänemark hatte. Es ist ein schönes Land, vieles läuft digital und man kann in kurzer Zeit unglaublich viel erleben. Wenn man sich zum Ziel setzt, viel von Dänemark zu sehen, schafft man das auch.

Außerdem bietet die Uni wirklich tolle Kurse an. Ich habe sie als einen angenehmen frischen Wind im Vergleich zum Bekannten in Potsdam empfunden. Ich würde mich immer wieder für Aarhus entscheiden und hoffe, dass ihr es vielleicht auch tut.


Dänemark

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