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Süddänische Universität zu Gast an der Universität Potsdam

  • Die Delegation der Delegation der University of Southern Denmark (SDU) zusammen mit der Leitung der Universität Potsdam auf der Freitreppe des Süd-Communs.
    Foto: Kevin Ryl
    Die Delegation der Delegation der University of Southern Denmark (SDU) zusammen mit der Leitung der Universität Potsdam auf der Freitreppe des Süd-Communs.

Am 1. Oktober hat eine zwölfköpfige Delegation der University of Southern Denmark (SDU) die Universität Potsdam besucht, angeführt von ihrem Präsidenten, Jens Ringsmose, und dem Vorsitzenden des Boards, Søren Vilby. Im Mittelpunkt des Besuchs standen der Austausch über aktuelle Herausforderungen junger europäischer Forschungsuniversitäten sowie Fragen der Förderung von Promovierenden und Postdocs sowie des Wissens- und Technologietransfers.

In Gesprächen mit dem Präsidium der Uni Potsdam informierten sich die dänischen Gäste insbesondere über Beispiele guter Praxis in der Nachwuchsförderung sowie über Strukturen und Aktivitäten im Transferbereich, der auch für die SDU von besonderer Bedeutung ist. Beide Seiten verständigten sich daher darauf, den Austausch hierzu weiterzuführen.

Der Besuch bot zugleich Gelegenheit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Hochschulsystemen in Deutschland und Dänemark zu diskutieren. Beide Universitäten sind mit jeweils rund 20.000 Studierenden ähnlich groß und legen einen Schwerpunkt auf die Förderung von Start-ups und Spin-offs aus der Wissenschaft. Auch im Bereich Informatik bestehen besondere Stärken: Die SDU hat jüngst einen neuen IT-Campus eröffnet, während die Universität Potsdam mit ihren Forschungsschwerpunkten ebenfalls über ein starkes Profil in der Informatik verfügt.

Deutliche Unterschiede zeigen sich hingegen bei den Rahmenbedingungen der Hochschulen. So gibt es in Dänemark keine außeruniversitären Forschungseinrichtungen, wie sie in Deutschland etwa durch die Max-Planck-, Leibniz-, Helmholtz- oder Fraunhofer-Gesellschaften vertreten sind. Entsprechend bestehen dort auch keine mit dem deutschen System vergleichbaren gemeinsamen Berufungen. Weitere Unterschiede betreffen unter anderem die akademische Ausbildung von Grundschullehrkräften und die Struktur des Hochschulsystems, in dem keine mit den deutschen Fachhochschulen vergleichbare Hochschulart existiert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche lag auf der Hochschulfinanzierung und der strategischen Entwicklung von Forschungsschwerpunkten. Beide Universitäten stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Finanzierung von Forschung und Lehre. Die Gäste aus Dänemark interessierten sich insbesondere für das Verhältnis von Haushalts- und Drittmittelfinanzierung, die Rolle des Landes Brandenburg bei der Setzung von Forschungsschwerpunkten sowie für die Verfahren, mit denen die Universität Potsdam ihre universitären Forschungsschwerpunkte und Potenzialbereiche auswählt und finanziert.

Übereinstimmung bestand in der Frage, welche Rolle Universitäten in der Gesellschaft einnehmen. Beide Hochschulleitungen betonten, dass Universitäten einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen und diesen sichtbar machen müssen – gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden öffentlichen Kritik an Forschung und wissenschaftlichen Institutionen.

Unterschiedliche Entwicklungen zeigen sich bei der Internationalisierung. Während in Deutschland der Ausbau englischsprachiger Studienangebote und die Gewinnung internationaler Studierender, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, eine wichtige Rolle spielen, beobachten die dänischen Hochschulen derzeit einen von der Politik angestoßenen Gegentrend. 

Auch die internationale Partnerschaftsarbeit war Gegenstand des Austauschs. Die SDU verfolgt dabei einen Ansatz mit drei Säulen: multilaterale Netzwerke und europäische Allianzen, bilaterale universitätsweite strategische Partnerschaften sowie strategische Partnerschaften mit einem besonderen Fokus auf bestimmte Forschungsprofile.

Eine wichtige Gemeinsamkeit verbindet beide Hochschulen bereits: Sowohl die SDU als auch die Universität Potsdam sind Mitglied im Netzwerk junger europäischer Forschungsuniversitäten YERUN (Young European Research Universities Network). Der Besuch machte deutlich, dass es nicht nur Überschneidungen bei den Forschungsthemen gibt, sondern auch bei den Herausforderungen, vor denen junge Forschungsuniversitäten in Europa derzeit stehen. Beide Seiten sehen daher Potenzial für eine engere Zusammenarbeit und wollen den Austausch künftig weiter intensivieren.

Weitere Informationen zu YERUN finden Sie hier: https://www.uni-potsdam.de/de/international/young-european-research-universities-network-yerun