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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Dank des Erasmus+ Programms und des dazugehörigen Stipendiums konnte ich ein tolles Auslandsemester in Cork, Irland erleben. Die Vorbereitung begann mit der Bewerbung über den Austauschkoordinator, um einen Platz an der University College Cork (UCC) zu bekommen. Ein Sprachnachweis war für die UCC nicht notwendig und insgesamt war die Bewerbung recht einfach.

Während des gesamten Prozesses kamen viele Informationen vom International Office, weshalb es wichtig war, die E-Mails regelmäßig zu checken. Auch das Erasmus+ Portal spielte eine zentrale Rolle. Die Annahmeerklärung für Erasmus+ erfolgte bei mir Ende Februar. Die Nominierung an der UCC wurde anschließend vom International Office übernommen, was allerdings etwas dauern kann.

Ein wichtiger Schritt war das Online Learning Agreement (OLA, before mobility), das über eine bestimmte Website ausgefüllt und sowohl von mir als auch von der Uni Potsdam und der UCC unterschrieben werden musste. Dafür sollte man auf jeden Fall genug Zeit einplanen. Das Learning Agreement kann zu Beginn des Semesters noch einmal geändert werden. Ich habe mein OLA Mitte Mai abgeschickt. Nach der Nominierung folgte die Online-Bewerbung an der Gastuniversität, für die es eine sehr detaillierte Anleitung gab. Hier ist es besonders wichtig, die Deadlines einzuhalten. Benötigte Dokumente waren unter anderem das Transcript of Records, das Learning Agreement und ein Foto. Außerdem bekommt man von der UCC einen Erasmus Student Information Guide.

Nach der erfolgreichen Bewerbung erhielt ich ein Acceptance Letter und etwa im April ein Formular, um sich für Wohnheime zu bewerben. Dieses sollte man so schnell wie möglich ausfüllen und abschicken. Für die Kurswahl gibt es einen eigenen Kurskatalog für Erasmus-Studierende, aus dem man relativ frei wählen kann (https://ucc-ie-public.courseleaf.com/modules-visiting-student/).

In der ersten Woche des Aufenthalts gibt es einen festgelegten Termin für die Unterschrift der Confirmation of Stay. Außerdem müssen innerhalb der ersten vier Wochen nach Beginn des Aufenthalts mögliche Änderungen im OLA (during mobility) vorgenommen werden. Gerade am Anfang ändert sich aber noch viel an den Kursen: Manche werden kurzfristig nicht mehr angeboten, bei anderen ändern sich die Zeiten oder sie passen letztlich doch nicht in den eigenen Stundenplan. Den Stundenplan muss man sich bei der UCC selbst in einem separaten Portal zusammenstellen, da er nicht automatisch erstellt wird wie bei uns.

Vor dem Aufenthalt gab es viele Online-Info-Seminare von der UCC, die ich sehr hilfreich fand. Außerdem sollte man sich frühzeitig um einen möglichen Auslands-BAföG-Antrag kümmern. Sehr praktisch war auch die Leap Card (Young Adult) für öffentliche Verkehrsmittel, die man bestellen muss. Die Lieferung dauert etwa ein bis zwei Wochen, lohnt sich aber sehr, da sie kostenlos ist und man damit günstiger und einfacher Bustickets kaufen kann. Den Studentenausweis bekommt man in der ersten Woche. Man sollte ihn so früh wie möglich abholen, da man ihn für die Bibliothek und die Mardyke Arena, das kostenlose Fitnesscenter, benötigt.


Studienfach: Geoökologie

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 12/2025

Gastuniversität: University College Cork (UCC)

Gastland: Irland

Studium an der Gastuniversität

Das Wintersemester an der UCC, dort als Autumn Semester bezeichnet, geht von September bis Dezember einschließlich der Klausuren. Man belegt insgesamt 30 ECTS, wobei ein Modul in der Regel 5 ECTS umfasst. Die Noten werden in Prozent vergeben, ab 40 % gilt ein Modul als bestanden. Allerdings ist es schwierig, Noten über 70 % zu erreichen.

Die Endnote setzt sich meist aus mehreren Komponenten zusammen, zum Beispiel aus einem kleinen Test, einem Report/Essay und einer Klausur. In anderen Fachbereichen kann es auch sein, dass es gar keine Klausuren gibt und die Bewertung ausschließlich über Essays oder ähnliche Leistungen erfolgt. In den Naturwissenschaften gibt es jedoch fast in jedem Modul Klausuren. Dadurch, dass es aber viele weitere Bewertungskomponenten gibt, sind die Klausuren meist einfacher als bei uns, und man hat bereits ab 40 % bestanden. Die Klausurnoten werden aber leider erst im Februar bekannt gegeben.

Viele Module sind sehr praxisorientiert. Ich hatte zum Beispiel im Modul Animal Behaviour einen Fieldtrip zum Fota Wildlife Park, bei dem wir eine zugewiesene Tierart einen ganzen Tag lang beobachten und studieren sollten. Im Modul Practical Invertebrate Skills gab es einen Rocky-Shore-Fieldtrip, bei dem wir unter anderem Muscheln, Krebse und Korallen vor Ort bestimmt haben.

Sehr zu empfehlen ist auch der Swap Shop vom International Office. Dort haben ehemalige (Erasmus-)Studierende nützliche Dinge wie Bettzeug, Küchenutensilien oder Aufbewahrungsbehälter abgegeben. Man spendet nur ein paar Euro und kann sich aussuchen, was man braucht.

Das Studienklima war insgesamt sehr gut. Die Dozenten sind sehr freundlich und hilfsbereit, und es gibt viele akademische Hilfsangebote, zum Beispiel Workshops zum Essay-Schreiben. Auch außerhalb der Vorlesungen gibt es zahlreiche Angebote durch (Sport-) Clubs und Societies, darunter verschiedenste Sportkurse, kreative Projekte wie bei der Scribble Society, Partys und Filmabende in einem kinoähnlichen Saal durch die Pop Culture Society sowie Müllsammel-Aktionen, Gärtnern und vieles mehr. Solange man nicht im Vorstand eines Clubs oder einer Society aktiv ist, kann man ganz flexibel und ohne Verpflichtungen an den Events teilnehmen.

Die technische Ausstattung war ebenfalls gut. Man kann sich zum Beispiel Laptops ausleihen und Drucker nutzen. Im Student Hub gibt es außerdem Mikrowellen, um mitgebrachtes Essen aufzuwärmen, was sehr praktisch ist, da die Mensa relativ teuer ist. Besonders hilfreich war auch, dass die Bibliothek in der Prüfungszeit 24 Stunden geöffnet ist, auch wenn sie dann sehr voll ist. Generell fand ich die Bibliothek toll, da es dort Plätze mit Blick auf das schöne Hauptgebäude der Uni gibt, einen Puzzle-Tisch, einen Spiele-Raum, einen Ruhe-Raum zum Entspannen und andere besondere Bereiche. Kaffee darf man überall trinken, allerdings nur in wiederverwendbaren Bechern.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Ich würde allen die International Student Society sehr ans Herz legen. Durch deren tolle Events, vor allem in den ersten Wochen, und die Wochenend-Trips habe ich die meisten Leute kennengelernt, die am Ende enge Freunde wurden. Dafür sollte man unbedingt dem Instagram-Profil folgen, da dort irgendwann ein WhatsApp-Gruppenlink in der Story gepostet wird, über den man die meisten Infos bekommt. Außerdem organisiert auch das ESN kostenlose oder günstige Events und Ausflüge, und man muss nicht einmal Mitglied sein, um teilzunehmen.

Leider fiel es mir generell eher schwer, Kontakte zu einheimischen Studierenden aufzubauen, doch Gruppenarbeit in der Uni hilft dabei.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich würde empfehlen, an der UCC einen Englisch- oder Irisch-Kurs zu belegen. Wenn man sich den Englischkurs auch anerkennen lassen kann, ist dieser sogar kostenlos, zum Beispiel das Modul English for Academic Study. Die Kursbelegung läuft dabei etwas anders als bei normalen Modulen.

In Irland gibt es zwar teilweise starke Akzente, doch die Dozenten konnte ich von Anfang an sehr gut verstehen, und man gewöhnt sich generell schnell an den Akzent.

Generell würde ich sagen, dass sich mein Englischverständnis durch die Vorlesungen sehr verbessert hat und auch die Hemmungen beim Sprechen deutlich weniger geworden sind. Dennoch muss ich weiterhin an meinem Englisch arbeiten.

Wohn- und Lebenssituation

Eine Unterkunft zu finden war sehr schwierig, da in Irland eine starke Wohnungskrise herrscht. Ich empfehle deshalb ein Studentenwohnheim, egal ob von der Uni oder privat, dort lernt man auch viele internationale Studierende kennen. Man muss allerdings mit etwa 1100 Euro pro Monat rechnen. Ich habe im privaten Studentenwohnheim The Spires gewohnt, welches eines der günstigsten ist mit guter Lage zur Uni, doch nicht das schönste. Sonst muss man sehr auf Scams achten, und ich habe oft gehört, dass sich Landlords beschweren, wenn man spät nach Hause kommt. Im Studentenwohnheim ist man diesbezüglich deutlich unabhängiger. Die UCC bietet zwar Unterstützung bei der Wohnungssuche an, und man sollte im Bewerbungsprozess alles so früh wie möglich erledigen, um eine Chance auf einen Uni-Wohnheimplatz zu haben, meine finale Unterkunft hatte ich mir aber selbst gesucht und mich dafür Anfang Juni beworben.

Da die Busse in Cork nicht immer zuverlässig sind, würde ich sehr empfehlen, möglichst nah an der UCC zu wohnen.

Ich hatte eine Auslands-Krankenversicherung bei Hanse Merkur, allerdings gibt es auch eine kostenlose Arztpraxis für alle UCC-Studierenden. Irland ist leider insgesamt eher teuer, vor allem Essen gehen. Zum Einkaufen kann ich Lidl empfehlen, da die Preise dort ungefähr wie in Deutschland sind.

Die irische Kultur hat mir sehr gefallen, besonders die Pubs, die oft eine Mischung aus Bar und Club sind, mit viel Live-Musik, gemütlicher Atmosphäre, Karaoke und Pub-Quiz. Auch irische Musik und Tänze, alte Legenden sowie Burgen und Schlösser sind sehr beeindruckend. Die Natur ist atemberaubend, vor allem entlang der Küste. Die Menschen sind sehr freundlich, gesprächig und hilfsbereit.

Cork City fand ich sehr süß, mit vielen guten Pubs und Cafés und einem belebten Nachtleben, besonders donnerstags. Man hat alles, was man braucht, auch wenn es eher eine kleine Stadt ist, die man nicht mit dem County Cork verwechseln darf. Das Klima in Cork ist aufgrund des Golfstroms außergewöhnlich mild im Vergleich zum Rest des Landes, im Dezember waren es teilweise noch 13 Grad. Besonders gefallen hat mir auch die saisonale Deko in der Stadt, vor allem im Herbst und zu Weihnachten. Außerdem gab es einige große Events wie die Cork Culture Night, das Jazz Festival, einen Halloween-Umzug (Halloween ist sehr wichtig in Irland) und einen Weihnachts-Umzug.

Studienfach: Geoökologie

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 12/2025

Gastuniversität: University College Cork (UCC)

Gastland: Irland

Rückblick

Rückblickend lässt sich sagen, dass der größte Nachteil definitiv die teure Unterkunft war. Außerdem regnet es bekanntlich viel (aber es gibt auch viele Regenbögen) und im Winter kommt ein unangenehmer Wind dazu, der schon viele meiner Regenschirme zerstört hat. Dafür hat die Uni aber einen sehr schönen Campus mit einem Hogwarts-ähnlichen Hauptgebäude, einer großen Wiesen zum Entspannen und Picknicken, einer Kunst-Galerie, dem Oasis Café im Student Center, besonderen Pflanzen wie riesigen Farnen und einer guten Bibliothek.

Die UCC ist insgesamt eine wirklich ästhetische und engagierte Universität mit vielen Freizeitangeboten, und Cork ist eine echte Studentenstadt. Irland ist mir sehr ans Herz gewachsen, und ich vermisse die Menschen, die Pubs, die Schlösser, die grünen Wiesen und die Klippen jetzt schon.


Irland

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