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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Vorbereitung auf meinen Auslandsaufenthalt verlief recht reibungslos, die Infoveranstaltungen der Universität Potsdam und die Infos der Uni Tartu waren sehr hilfreich. Nach der Annahme des Studienplatzes erhielt man alle notwendigen Informationen, Links, Passwörter und Termine von Annika Kalda, der Austauschkoordinatorin der Uni Tartu, sodass man sich kaum um etwas selbst kümmern musste. Alle weiteren benötigten Unterlagen wurden klar angegeben und konnten leicht über das Portal der Uni Tartu abgegeben werden. Probleme beim Erstellen des OLA konnten auch schnell beseitigt werden, auf Fragen wurde sowohl von Seiten der Uni Potsdam, als auch der Uni Tartu schnell geantwortet.


Studienfach: Politik und Wirtschaft

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Universität Tartu

Gastland: Estland

Studium an der Gastuniversität

Das Uniportal der Uni Tartu ist sehr intuitiv und einfach zu bedienen. Nachdem man sich angemeldet hat, kann man im System nach Kursen filtern, welche man belegen kann und will. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass man das richtige Semester angibt und das die Kurse von Visiting Students wählbar sind. Über das System ließ sich so ebenfalls ein guter Stundenplan erstellen, bei dem sich keine Kurse überschneiden. Die Kurswahl ist über das System noch bis Mitte November modifizierbar, man hat also auch die Möglichkeit verschiedene Kurse auszuprobieren, jedoch muss man aufpassen, dass die Kurse genug Platz haben.

Ich habe mich entschieden 30 ECTS zu belegen und habe hierbei zwei Kurse aus dem Bereich Politik, zwei aus dem Bereich Wirtschaft und einen freien Kurs gewählt. Das hat mir einen guten Ausgleich gegeben aus den verschiedenen Fachbereichen. Als freien Kurs habe ich mich für den Introduction to Estonian History Kurs entschieden und gegen den Sprachkurs. Ich habe einige Leute kennengelernt, die den Sprachkurs gemacht haben und sehr zufrieden waren, jedoch wollte ich die Geschichte von Estland näher kennenlernen und ich bin im Nachhinein sehr zufrieden über meine Entscheidung, da man so ein großartiges Verständnis darüber bekommt, wie sich das Land entwickelt hat und wie sich bestimmte Positionen in Estland gebildet haben.

Im Bereich Politik gab es eine Reihe an Kursen, welche man wählen konnte, im Bereich VWL war, das jedoch schwieriger da es VWL-Kurse nur auf Master Niveau an der Uni gibt. Ich habe trotzdem einen Master und einen passenden Bachelor Kurs gewählt. Die Kurse sind insgesamt sehr gut strukturiert, das bekannte Interface von Moodle hat die Organisation auf jeden Fall einfacher gemacht und die Lehrpersonen waren bei Fragen immer erreichbar und bereit zu helfen.
Die Anforderungen und Prüfungsleistungen waren je nach Kurs stark unterschiedlich. Manche Kurse wurden mit einer Klausur abgeschlossen, andere erforderten wöchentliche Abgaben, eine Präsentation und ein Paper. Die Anforderungen sind jedoch bei der Kurswahl immer auf der Kurswebsite angegeben, sodass man sich auch die Kurse und Prüfungsanforderungen aussuchen kann, welche am ehesten zu einem passen. Insgesamt kann man jedoch mit mehr regelmäßiger Mitarbeit rechnen, dafür aber mit weniger Aufwand bei den finalen Abgaben. Des Weiteren sind die Kurse stark unterschiedlich in ihrer zeitlichen Organisation, manche Kurse begangen erst im Oktober, wobei andere im November bereits vorbei waren, dies erfordert etwas Organisation am Anfang des Semesters, ist jedoch im Verlauf nicht sonderlich kompliziert.

Die Ausstattung der Universität ist auf einem sehr hohen Niveau, es gibt viele Orte, um zu lernen und Abgaben vorzubereiten, die Bibliothek hat viele gute Lernbereiche und hat während der Klausurenphase bis 24 Uhr auf. In den wärmeren Tagen im September kann man auch beim Delta-Center an der frischen Luft am Fluss lernen.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Es war recht einfach Kontakt zu Erasmus Studierenden zu knüpfen. Das ESN in Tartu ist sehr aktiv und bietet für jeden Geschmack eine Reihe an Veranstaltungen zum Kennenlernen. Die Karaoke Abende im Möku sind hierbei sehr beliebt und natürlich auch die Organisierten Trips und Reisen. Die Empfehlung ist hierbei auf jeden Fall lieber auf eine Veranstaltung zu viel gehen als eine zu wenig, vor allem am Anfang des Semesters! In den einzelnen Seminaren konnte man ebenfalls gut Anschluss finden, da es viele Gruppenarbeiten und Gruppendiskussionen gab, durch die man gut neue Leute kennenlernen konnte. Das Studienwohnheim Raatuse ist ebenfalls ein guter Ort, um Leute kennenzulernen, da die meisten internationalen Studierenden hier wohnen und sich dort treffen. Kontakt zu einheimischen war insgesamt etwas limitiert, da man meistens in der Erasmus Bubble unterwegs ist, jedoch kam es auf jeden Fall vor, dass man mit Leuten aus Seminaren oder in Bars Kontakte geknüpft hat. Die meisten Esten sprechen Englisch, zumindest auf einem Niveau, auf dem man sich verständigen kann, was die Kommunikation erleichterte. Da ich noch Russisch spreche, konnte ich mich mit den meisten Leuten problemlos verständigen, da die Leute, die kein Englisch sprechen meistens Russisch sprechen (meistens ältere Leute, die in der Sowjetunion aufgewachsen sind).

Am meisten Kontakt hatte ich tatsächlich mit anderen Deutschen Studierenden, was unter anderem an dem hohen Anteil an Deutschen oder deutschsprachigen Austauschstudierenden liegt. Jedoch hatte man unter anderem durch die Mitbewohnenden von einem selbst oder von anderen Studis viel Kontakt zu Personen aus anderen Ländern und es haben sich auf jeden Fall auch internationale Freundschaften gebildet.

Sprachkompetenz vor und nach dem Ausland

Mein Niveau in Englisch war vor dem Auslandsaufenthalt bereits auf C1 Niveau und ich hatte einige Kurse auf Englisch belegt. Jedoch war es auf jeden Fall eine großartige Erfahrung ausschließlich auf Englisch zu studieren, was mir sowohl geholfen hat mich fachlich als auch im normalen Sprachgebrauch besser auszudrücken. Kontakte aus dem Erasmus mit muttersprachlich Englisch-sprechenden Kommilitonen sind bei letzterem sehr hilfreich gewesen. Wie bereits erwähnt hatte ich mich gegen einen Sprachkurs in Estnisch entschieden, was auch an der Komplexität der Sprache liegt. Ob man einen Sprachkurs in Estnisch belegen will, liegt an einem selbst, es ist auf jeden Fall hilfreich die wichtigsten Sätze zu lernen, jedoch sollte man nicht davon ausgehen, dass man nach einem Semester ein fließendes Gespräch auf der Sprache führen kann, da sie sehr komplex ist und kaum Ähnlichkeiten mit dem Deutschen oder Englischen hat. Falls man Vorkenntnisse im Finnischen hat, sollte dies jedoch einfacher fallen.

Wohn- und Lebenssituation

Die Suche nach einer Unterkunft hat sich als unkompliziert ergeben. Ich hatte mich im Vorhinein nach einem eigenen WG-Zimmer umgeschaut, habe mich aber dennoch entschieden mich für das Wohnheim anzumelden. Die Anmeldephase begann am 1. Juni und ich habe mich zwei Tage später angemeldet und habe einen Platz in einem Einzelzimmer bekommen. Man sollte sich hierbei nicht allzu sehr einschüchtern lassen von Leuten, die in den WhatsApp Gruppen berichten, dass sie sich 2 Stunden nach Beginn der Anmeldephase angemeldet haben, und Angst hatten keinen Platz zu bekommen, ich habe keinen Fall mitbekommen, bei dem es so war.

Für mich war klar, dass ich in ein Einzelzimmer gehen will, jedoch kann man sich auch für ein geteiltes Zimmer entscheiden, das kostet natürlich weitaus weniger, kann jedoch eine Lotterie sein, die Erfahrungen meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen sind hierbei sehr gemischt.
Das Raatuse Wohnheim an sich ist gut ausgestattet, jedoch bestehen die Wohnungen aus drei Doppelzimmern, es kann also sein, dass man mit 5 anderen Leuten zusammenwohnt, was gut zu etwas Chaos in der Küche führen kann, hierbei ist also Kommunikation mit den Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern gefragt, die meisten sind da auch verständnisvoll und gehen auf einen zu. Die Zimmer bieten genug Platz und der Fakt, dass man im gleichen Wohnheim wohnt wie alle anderen Erasmus Studis, bietet viele soziale Möglichkeiten.

Supermärkte und eine Apotheke sind direkt in der gleichen Straße wie das Wohnheim selbst, preislich kann man dort jedoch etwas mehr einplanen als in Deutschland. Auch größere Kaufhäuser sind zu Fuß erreichbar, ebenso wie eine Reihe an Fitnessstudios. Die Uni bietet auch selbst Sportkurse an, man muss sich hierbei am besten auf der Website informieren, wann und wo das jeweils stattfindet.

Ich habe für meinen Aufenthalt keine Monatskarte für den Bus benötigt, da sowohl der Politikcampus als auch der Wirtschaftscampus gut erreichbar waren zu Fuß. Die Male, welche ich Bus gefahren bin, habe ich mir ein Ticket geholt, was nicht allzu teuer war.
Im Bezug auf Freizeitaktivitäten lohnt es sich den WhatsApp Gruppen vom ESN-Netzwerk beizutreten und den Social Media Accounts zu folgen, da man dort immer über die neuen Events informiert wird. Aber auch privat kann man gute Trips machen, vor allem im September, wenn noch etwas Sonne scheint, lohnt es sich zu einer der vielen Wanderrouten oder Seen zu fahren. Diese lassen sich meistens für wenig Geld mit dem Bus oder den Regios erreichen.

Falls man zu alltäglichen Bedenken noch Fragen hat am Beginn des Auslandsaufenthaltes lohnt es sich zu der Einführungsveranstaltung zu gehen, dort stellen sich einige Studigruppen vor und teilen Tipps und Tricks für den Alltag.

Studienfach: Politik und Wirtschaft

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Universität Tartu

Gastland: Estland

Rückblick

Insgesamt muss ich sagen, dass ich mit meinem Aufenthalt in Tartu restlos zufrieden bin und obwohl Tartu mein Erstwunsch war, wurden meine Erwartungen dennoch übertroffen. Die Uni und die Menschen, die man getroffen hat, haben dieses Auslandsemester unvergesslich gemacht und Estland hat mir eine für mich bis dato wenig bekannte Region Europas nähergebracht. Vor allem aus politischer Sicht ist Estland spannend, da man dort viele aktuelle Entwicklungen vor allem in Bezug auf Russland spürt und eine spannende Perspektive mitbekommt. Ich würde also jedem empfehlen Tartu eine Chance zu geben, es ist wirklich eine großartige Stadt mit vielen Überraschungen.

Meine Tipps

  • Den Social-Media-Kanälen des ESN-Netzwerks in Tartu folgen und vor allem am Anfang auf möglichst viele Events gehen https://www.instagram.com/esntartu/
  • Tagestrips in die Natur (Moortrips, kleine Wanderungen)
  • Introduction to Estonian History Kurs

Estland

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