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Wo es quakt und zwitschert – Studentinnen erfassen Habitate, Vögel und Amphibien rund um die Ökologische Station Gülpe

  • Zwei Studentinnen hocken mit Reuse an einem Gewässerrand.
    Foto: Riccarda Selegrad
    In Reusen fingen die Studentinnen lebende Tiere, darunter einen Teichmolch, Kaulquappen und Wasserfrösche. Die aus leeren Farbeimern und Plastikflaschen selbst gebastelten Reusen ließen sie über Nacht im Wasser und kontrollierten sie am Morgen. Durch die großen Öffnungen schwimmen die Tiere hinein, aber finden aufgrund der Verengung nicht wieder heraus.
  • Ein Springfrosch im Bildvordergrund auf dem Knie einer Studentin.
    Foto: Johanna Vogel
    Eine der außergewöhnlichsten Begegnungen war die Sichtung eines Springfrosches. Er machte seinem Namen alle Ehre und hüpfte zielsicher auf die Hose. Springfrösche zählen zu den selteneren Amphibienarten in Deutschland und sind in ihrer Verbreitung eher auf Mittel- und Süddeutschland beschränkt.
  • Zwei gutgelaunte Studentinnen in Wathosen knietief im überfluteten Untersuchungsgebiet.
    Foto: Riccarda Selegrad
    Den Großteil der Zeit waren die Untersuchungsflächen teilweise überflutet. Dabei konnte das Wasser auch schon mal bis über die Knie gehen. Durch die Wathosen war die Begehung aber dennoch möglich, denn sie schützen vor Nässe und halten dank des Neoprenstoffes warm.
  • Ein Vogel aus der Familie der Schwirle im Uferbewuchs.
    Foto: Johanna Vogel
    Der schwirrende, markante Ruf des unscheinbaren Rohrschwirls erinnert an eine überlaute Grille und ist weit zu hören. Im Gegensatz zum Feldschwirl lebt er gut verborgen in Schilfbeständen, die auch Drossel- und Schilfrohrsänger, Rohrammer und viele andere Arten beherbergen.
  • Eine mit Reusen beladene Person auf dem Weg zu den untersuchungsflächen.
    Foto: Riccarda Selegrad
    Die insgesamt 20 Reusenfallen für das Amphibienmonitoring mussten vom Auto zu den Untersuchungsflächen transportiert werden. Zum Glück gab es dafür einen Wanderrucksack, einen Bollerwagen und drei Paar Hände.
  • Studentinnen am grünen Ufer, die mit Ferngläsern Beobachtungen vornehmen.
    Foto: Johanna Vogel
    Die Studentinnen standen täglich zwischen drei und vier Uhr morgens auf, um pünktlich zum Sonnenaufgang mit der Vogelkartierung zu beginnen. Pro Standort wurden 20 Beobachtungsplätze angesteuert, an denen sie jeweils fünf Minuten lang alle sicht- und hörbaren Arten erfassten. Dabei gab es Rohrsänger, Kiebitze, Fischadler, Enten und viele weitere Vogelarten zu entdecken.
  • Eine Nebelkrähe wird von zwei Lachmöwen in der Luft gejagt.
    Foto: Johanna Vogel
    Diese dreiste Nebelkrähe wurde von zwei mutigen Lachmöwen in die Flucht geschlagen, nachdem sie mehrere Eier aus ihren Nestern entwendet hatte.
  • Foto: Johanna Vogel

Sie haben es auf Wasserfrosch, Rohrschwirl und Fischadler abgesehen: Im Frühjahr 2025 dokumentierten drei Ökologie-Studentinnen Vögel, Amphibien und ihre Lebensräume an der Unteren Havel in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. An den insgesamt sechs untersuchten Havelauen wurden in den vergangenen Jahren Renaturierungsmaßnahmen des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) durchgeführt, um den Fluss und seine Ufer wieder naturnah zu gestalten und Überschwemmungsflächen zu schaffen. In einem Praxistest erprobten und bewerteten die Potsdamer Masterstudentinnen Caroline Börsch-Supan, Johanna Vogel und Riccarda Selegrad die Methode BioAu, die vom Bundesamt für Naturschutz zur Erfolgskontrolle von Renaturierungsmaßnahmen in Auengebieten entwickelt wurde: Sie zählten Individuen verschiedener Tierarten und erfassten die Lebensräume dieser Tiere anhand der dort wachsenden Pflanzen.

 

Dieser Text erschien im Universitätsmagazin  Portal - Zwei 2025 „Demokratie“.